AG aktuell 2026
Wilde Sträucher für die Streuobstwiese im Siekertal
An der Streuobstwiese im Siekertal tut sich was!
Nachdem Ende Februar die Kopfweiden geschnitten wurden, stand am Samstag, dem 28.03.2026, eine andere Aktion an. Ein Saum aus heimischen Wildsträuchern wurde gepflanzt. Er bildet die Verbindung zum Steinwall, der demnächst auf der Wiese aufgeschichtet werden soll, und bietet Schutz, Nahrung und Nistmöglichkeiten. Gegen 10.00 Uhr trafen sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Streuobstwiese“ und weitere Helfer aus der AG Natur an der Wiese.
Die Ehrenamtlichen trotzten dem regnerischen und kühlen Wetter und pflanzten Feldahorn, Weißdorn, Pfaffenhütchen, Haselnuss, Kornelkirsche, Wolligen Schneeball, Liguster und Hundsrosen – insgesamt 120 Pflanzen. Pünktlich vor Einsetzen von stärkeren Schauern und Hagel war die Arbeit geschafft.
Die Früchte des Schneeballs z. B. bleiben lange am Strauch hängen und dienen Vögeln auch im Spätwinter als Nahrung.
Der Weißdorn allein ernährt unzählige Raupen, Schmetterlinge, Wildbienen, Vögel, Mäuse und Hasen.
Die nektarreichen Blüten des Feldahorns werden von Fliegen, Honigbienen und Wildbienen besucht, die nahrhaften Blätter dienen 23 Raupenarten als Futter.
Liguster, der mit seinen weißen Blüten Bienen und Nachtfalter anzieht, ist auch im Garten eine gute Alternative zum Kirschlorbeer, dessen Ausbreitung ein großes Problem für die heimische Natur darstellt.
Die gelben Blüten der Kornelkirsche erscheinen schon früh im Jahr als Nahrung für Bienen. Mit ihren roten Früchten im Herbst ist der Strauch ebenso wie die Hundsrose mit ihren Hagebutten ein gutes Vogelnährgehölz.
Das Pfaffenhütchen besticht durch seine schöne Herbstfärbung. Aber Vorsicht: Der Strauch ist für den Menschen sehr giftig! Die Form der Früchte gab ihm seinen Namen. Sie sind besonders beliebt beim Rotkehlchen, was dem Strauch auch den Namen „Rotkehlchenbrot“ eingebracht hat.
Die Haselnuss bietet sehr früh im Jahr Pollen, die Nüsse werden von Vögeln und Kleinsäugern gefressen.
So wurde die Streuobstwiese im Siekertal um einen wichtigen Lebensraum erweitert.
Frühjahrsmarkt 21./22.03.,2026
Die AG Natur war an beiden Tagen mit einem Stand in der Innenstadt vertreten. Bad Oeynhausener Bürger konnten sich wieder über die vielseitige Arbeit des Vereins informieren.
Publikumsmagnet war auch dieses Jahr Steinkauzdame Fritzi. Falknerin und Naturpädagogin Susanne Aufdemkamp informierte gern über drittkleinste Eule Deutschlands.
Es gab viele Tipps zum Naturschutz im eigenen Garten und Nistkästen konnten gegen eine Spende erworben werden.
Kopfweidenschnitt an der Streuobstwiese am 20.02.2026
Am Freitag, dem 20.02.2026, wurden die Kopfweiden an der Streuobstwiese Siekertal geschnitten. Der regelmäßige Schnitt, das „Schneiteln,“ ist wichtig, um die Form zu erhalten und um ein Auseinanderbrechen der Weiden zu verhindern.
Im Laufe der Jahre werden die Stämme älterer Kopfweiden hohl, und es kommt zur Bildung von Baumhöhlen. Diese sind von immenser ökologischer Bedeutung.
Nach dem langen Winter konnte die Aktion dank tatkräftiger Hilfe und vorwiegend trockenem Wetter in 1 ½ Stunden erledigt werden.
Das Schnittgut wurde wieder an der Wiese aufgeschichtet, um Unterschlupfmöglichkeiten zu bieten.
Wintervogelexkursion 14.2.
Sie ist schon Tradition: Die Wintervogel-Exkursion mit dem Ornithologen Jörg Hadasch am Großen Weserbogen. Dazu eingeladen haben wieder die befreundeten Vereine AG Natur Bad Oeynhausen und der Verein für Naturschutz und Heimatpflege Porta.
Trotz des winterlichen Wetters mit Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt fanden sich 17 interessierte Vogelfreunde am Samstag, den 14.02.2026 um 9.00 h, am Parkplatz Südlicher See ein.
Zwar waren einige Teiche noch vereist. Wo aber die Wasserstellen eisfrei waren, tummelten sich Enten und andere Wasservögel. Gänsesäger, Stockente, Tafelente, Reiherenten, Schnatterenten, Schellente, Löffelenten und Blässhühner konnten gut durch Spektiv und Fernglas beobachtet werden. Das war schon schwieriger beim flinken Zwergtaucher, der blitzschnell abtauchte, einige Meter weiter wieder auftauchte, um dann sofort wieder abzutauchen.
Auf eine Besonderheit machte uns Vogelkundler Jörg Hadasch aufmerksam. Während andere Entenvögel am Boden in der Ufervegetation brüten, sind Gänsesäger und Schellenten Höhlenbrüter, die ihr Nest in alten Baumhöhlen bauen. Zum Teil werden auch Fels- und Mauerspalten und sogar Nistkästen als Brutplätze angenommen. Frisch geschlüpft müssen die Jungen z. T. aus großer Höhe auf den Boden stürzen. Dabei nehmen sie aber meist keinen Schaden.
Auch zu Lande und in der Luft konnten Graugänse, Kormorane, Silberreiher, Graureiher, Turmfalken, Lachmöwen, Ringeltauben, Buntspecht, Eichelhäher, Rabenkrähe, Blau- und Kohlmeisen, Stare, Amsel, Wacholderdrosseln, Buch- und Grünfinken, Steppen- und Silbermöwen beobachtet werden. Höhepunkt war der prächtig gefärbte Eisvogel, der sich im Gebüsch in Ufernähe aufhielt. Am Schluss erfreute ein Trupp Schwanzmeisen, der munter in den Zweigen turnte, die Teilnehmer. Auch einige Vierbeiner zogen die Gruppe in ihren Bann: Die Wiesen am großen Weserbogen werden mit Schottischen Hochlandrindern beweidet.
30 Vogelarten konnten in zwei Stunden beobachtet werden, sodass sich die Exkursion trotz Kälte und winterlichem Wetter für alle gelohnt hat.
Heckenschnitt 17.1.
Vor dem Schnitt
Nach dem Schnitt
Am Samstag, den 17.01.2026, stand wieder der Heckenschnitt der über 30 Jahre alten Benjeshecke am Gut Deesberg an. Zusammen mit Wolfgang Heeper, der die Aktion leitete, trafen sich sechs weitere Mitglieder der AG-Natur ausgerüstet mit Astscheren und Motorsägen. Während sich die Landschaft eine Woche vorher noch schneebedeckt präsentierte, konnten die Ehrenamtlichen an diesem Wochenende bei Sonnenschein und moderaten Temperaturen arbeiten.
Ein Fünftel Hecke, nicht mehr als 20 bis 30 m in der Breite, wird etwa alle 2 - 5 Jahre auf den Stock gesetzt, d. h. vorhandene Büsche und Bäume werden etwa kniehoch abgesägt, damit sie später wieder austreiben.
Dass die Hecke nicht im Ganzen zurückgeschnitten wird, hat seinen Grund. Durch diese Schnittmaßnahme wird ein natürlicher Waldsaum mit seinen unterschiedlichen Höhenabstufungen nachgeahmt. Dieser bietet unzähligen Tieren Nahrung, Deckung und Möglichkeiten zum Nisten. Auch die Pflanzenvielfalt ist wesentlich größer als im eigentlichen Wald. Außerdem wäre ein kompletter Rückschnitt eine Katastrophe für alle Heckenbewohner.
„Unsere Wälder und Buschränder sind im zunehmenden Maß rechtwinklig. Ackerflächen, Straßen und Bebauungen drängen die Strauchschicht immer mehr zurück. Darunter leidet im Extremen unsere Artenvielfalt. Sowohl Tiere und Pflanzen profitieren in keiner Weise von dieser Praxis. Aus wissenschaftlichen Aufzeichnungen wissen wir aber, dass vorgelagerte Kraut- und Strauchstreifen mehr Artenvielfalt bieten als der dahinter liegende große Wald.
Das Ideal für unsere Wald- und Buschränder wäre hier eine 45°- Lösung. An einem Beispiel erklärt heißt das: Ist der Baumbestand 25 – 30 m hoch, sollte der Kraut- und Strauchstreifen in diesem Fall auch 25 – 30 m breit sein,“ schreibt Wolfgang Heper in der Serie „Die Natur mit meinen Augen sehen“ (2011).
„Nur lediglich 20 % der für diesen Lebensraum typischen Tierarten finden wir direkt im Wald, 80 % leben im vorgelagerten Waldsaum“, erklärt der erfahrene Naturschützer.
Doch solche Strukturen sind in unserer modernen Agrar-Landschaft sehr selten geworden.
Das Schnittgut wird übrigens auch sinnvoll wiederverwertet. Während das Starkholz entnommen wird, wird das dünnere Kronenholz über die Stümpfe aufgeschichtet. So entsteht gleich ein Rückzugsort für Igel und Co. Auch Mäuse verstecken sich hier gern, werden aber vom flinken Mauswiesel in Schach gehalten. Wind und Vögel verbreiten den Samen von Wildsträuchern. Die Passage durch den Verdauungstrakt wirkt sich günstig auf die Keimung aus. Eine kleine Portion Dünger wird durch den Kot gleich mitgeliefert. So entsteht neues Leben im Totholz.
Das ist das Prinzip einer Benjeshecke, benannt nach Heinrich und Hermann Benjes. Sie sind zwar nicht die Erfinder, aber sie haben diese Heckenform wieder entdeckt und bekannt gemacht.
Solche Hecken gab es wurde früher in der Landschaft noch häufig. Die Bauern stapelten ihr Schnittgut an Weide- und Ackerrändern. Die entstandenen Strauchstreifen schützten unter anderem vor Wind und Erosion und dienten als Grenze.
Wer ausreichend Platz im Garten hat, kann sich ebenfalls eine Benjeshecke anlegen. Die ideale Mindestbreite beträgt 3 – 5 m. Aber auch kleinere Varianten helfen, die Artenvielfalt zu fördern und zu erhalten. Anleitungen dazu findet man in der Literatur vieler Naturbuchverlage und im Internet, z. B. auf den Seiten der Naturschutzverbände.




















