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Turmfalken an der GS Dehme



Werfen Sie einen Blick in die Kinderstube der Turmfalken an der Dehmer Grundschule.

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Mit freundlicher Genehmigung der Stadt Bad Oeynhausen und des Grundschulverbund Weser-Wiehen

Jahresbericht 2012 PDF Drucken E-Mail




Richtig spannend war das Jahr 2012 für unseren Verein – Störche und Kinder machten in diesem Jahr die dicksten Schlagzeilen, denn die erste erfolgreiche Storchenbrut diesseits des Wiehengebirges hielt uns ebenso in Atem wie die erfolgreiche Gründung einer Kindergruppe, doch hierzu im Einzelnen:

Storchenfieber

Auf dem rechten Weserufer auf Portaner Gebiet steht seit einigen Jahren ein Pfahlnest für Störche. Nach ersten misslungenen Brutversuchen im Vorjahr war die Aufregung groß, als sich während der Brutphase dieses Jahres ein Altvogel am linken Bein verletzt hatte und bei der Versorgung der Jungvögel schwer behindert war. Während der hellen Tagesstunden wurden Brut- und Aufzucht der Jungen ununterbrochen beobachtet durch Mitglieder der Arbeitsgruppe, allen voran Erwin Mattegiet und Wietold Guzik, wobei Letzterer mit hervorragenden Fotos die Dokumentation dieses Storchensommers übernommen hatte, der schließlich durch den Tod eines der Jungvögel bei einem seiner ersten Flugversuche seinen dramatischen Höhepunkt hatte. Wir hoffen, daß die Eltern und der überlebende Jungvogel gesund ihren Weg nach Afrika gefunden haben und im Frühjahr wieder an die Werremündung zurückkehren.

Schleiereulen und Turmfalken

Alle sechs Turmstationen im Stadtgebiet waren wieder von Schleiereulen und Turmfalken angenommen. Gemeinsam mit den Kindern des Loher Kindergartens Pusteblume wurden Eulenjunge beringt. Genau eine dieser Jungeulen wurde nach 1.007 Flugkilometern Straßenverkehrsopfer an der französischen Atlantikküste. Schleiereulen sind sehr häufig Opfer des Straßen- und Schienenverkehrs. Vermutet wird, dass etwa 2/3 der Jungvögel schon im ersten Jahr zu Tode kommen. Das eine „unserer" Schleiereulen allerdings bis an den Atlantik fliegt, hätten wir nicht erwartet.

Wanderfalken

Mittlerweile sind 170 Brutpaare in Nordrhein-Westfalen bekannt. 25 davon in Ostwestfalen und 4 im Mühlenkreis. Eine spektakuläre Beringungsaktion konnte am Kraftwerk Veltheim durchgeführt werden, wobei die Höhenretter der Feuerwehr Espelkamp dem Beringer Dr. Dr. Alfons Bense die Jungen in einem Seilfahrstuhl herunterließen. Tausende von Internetbesuchern haben mittlerweile die Brut am Veltheimer Kraftwerk beobachtet über die dort angebrachte Webcam (www.kraftwerk-veltheim.de/cams/image.jpg). Ein anderer Brutplatz, in der Innenstadt Mindens an der Marienkirche, wurde durch die Dachdeckerfirma Lorenz Steiger gegen Steinmarder gesichert. Eine großzügige Spende der Mindener Kreissparkasse sorgte für die dauerhafte Sicherung mit nicht rostenden Lochblechen.

Streuobstwiesen und Insektenhotels

Auf zwei Streuobstwiesen, welche durch eine großzügige Spende der Firma Denios in Minden ermöglicht wurden, sind zwei Insektenhotels aufgestellt worden. Die Rohbauten wurden durch das Eidinghausener Holzbauunternehmen Grübbel gestiftet. Gernot Grübbel verfolgt die Arbeiten unseres Vereins jedes Jahr sehr intensiv, hat immer ein offenes Ohr und gute Ideen, wie er uns mit Rat, Tat und umfangreichen Materialspenden unter die Arme greifen kann. Die Kinder der Jugendgruppe „Naturentdecker" haben unter Anleitung von Mirjam-Hanna Voss und Antje Brandt die Insektenhotels mit natürlichen Materialien eingerichtet und sind schon jetzt gespannt darauf, wie sie im nächsten Jahr angenommen werden.

Fledermäuse

Die heimischen Fledermausbestände sind nach wie vor stabil. Von insgesamt 18 in Deutschland vorkommenden Arten sind 12 im Mühlenkreis heimisch. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass an der Autobahn A 30 nördlich des Wasserschlosses Ovelgönne eine Fledermaus-Überflughilfe gebaut wird. Viele Mitbürger haben sich schon gewundert, warum im Bereich dieses Autobahnabschnitts die Bäume so eng gepflanzt sind. Durch diese besonders hohe Hecke werden die Fledermäuse animiert, die Autobahn erst in einigen Metern Höhe zu überfliegen. Nach wie vor ist das große künstliche Fledermausquartier aus Holzbeton im Damwildgehege der Oeynhausener Schweiz von einer Kolonie Abendsegler besetzt. Nicht zum ersten Mal hat der Westdeutsche Rundfunk im Programm „OWL Natur" darüber berichtet. Kaum zu glauben ist, dass seit vielen Jahren in Folge regelmäßig unsere Vergitterungen an Fledermausüberwinterungsstandorten durch Vandalen aufgebrochen werden, so geschehen an der Lutternschen Egge, am Erdbunker der Uhlenburg und am „Bahnstollen" des Nordbahnhofs Bad Oeynhausen.

Amphibien

Die Krötenwanderung wird offensichtlich von einigen Bürgern unserer Stadt als besonderes Ereignis im Jahreslauf neu entdeckt. Zahlreiche Jugendgruppen mit Eltern und Betreuern trafen sich wieder im Frühjahr, um Kröten, Molche und Frösche in den sensiblen Bereichen auf der Straße einzusammeln und auf der anderen Seite der Fahrbahn wieder auszusetzen. Stichprobenartige Zählungen lassen allerdings befürchten, dass der Amphibienbesatz in der Stadt zurückgegangen ist. Nach wie vor ist es wünschenswert, wenn abseits von Straßen, welche die Wanderwege zu und von den Laichplätzen kreuzen, Tümpel und Teiche entstehen, die weder mit Enten noch mit Fischen besetzt sind, damit so neue Laichgebiete entstehen.

Baumschnittkurs

Neu im Programm sind unsere Baumschnittkurse, die auf den angelegten Streuobstwiesen regelmäßig durchgeführt werden und von vielen Bürgern gern angenommen werden. Fachleute geben Tipps zum fachlich korrekten Baumschnitt. Das Interesse an hochstämmigen alten Apfelsorten beispielsweise nimmt wieder zu. Das Bewusstsein, ungespritztes Obst aus dem eigenen Garten zu essen, hat für viele Menschen an Bedeutung gewonnen.

Neugründung der Jugendgruppe „Naturentdecker"

Sehr stolz sind alle Vereinsmitglieder darüber, dass wir im Mai die neue Jugendgruppe „Naturentdecker" aus der Taufe heben konnten. Gruppenleiterinnen sind Miriam-Hanna Voss (Dipl.-Ing. für Landschaftsentwicklung) und Antje Brandt (Erzieherin und Waldpädagogin). Betreut werden Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren.

Diese lernen viel über Pflanzen, Tiere und deren Lebensraum, erfahren den pfleglichen und wertschätzenden Umgang mit der Natur und bekommen ausreichend Raum für spontane Entdeckungen in Wald und Flur und an Gewässern. Von Mai bis Dezember haben sich die Kinder und ihre Betreuerinnen insgesamt acht Mal getroffen und dabei erstaunliche Projekte betreut und Exkursionen durchgeführt. Hierzu gehörten die Einrichtung der zwei Insektenhotels, Wiesenexkursionen mit Becherlupen und selbstgebastelten Behältern, Bachexkursionen im Siekertal mit Keschern und anderen Forschermaterialien, wobei die neuen Entdeckungen gar nicht abrissen; Stichlinge, Egel, Bachflohkrebse, Bergmolche und vieles mehr gab es zu entdecken. In der Hofwassermühle im Siekertal konnten die Kinder unter Anleitung von Müllermeister Dietz selbst Korn mahlen und auch Mehl mit nach Hause nehmen. Die herbstlichen Spaziergänge im Wald brachten umfangreiche Sammlungen von Laub, Stöcken, Früchten, Matschbildern und für den Winter haben die Kinder Futterglocken, -zapfen und –schalen angefertigt. Bei einem Jahresabschluss gemeinsam mit den Eltern bei Punsch und Keksen wurden die Erlebnisse des vergangenen Jahres noch einmal begeistert erzählt und die Vorfreude auf das nächste Jahr geschürt.

 

 

Auch dieses Jahr danken wir wieder allen Helfern, Spendern, den heimischen Betrieben und aufmerksamen Beobachtern, die unseren Verein regelmäßig und unermüdlich unterstützen. Die Kinder der Jugendgruppe betrachten wir als die Zukunft unseres Vereins. Auch wir dürfen schon jetzt gespannt sein, was diese mit ihren Betreuerinnen im nächsten Jahr alles erleben. Aktuelle Ereignisse werden auf unserer Webseite auch in Zukunft zeitnah und mit vielen Bildern versehen dokumentiert.

 

 

Wir wünschen allen Bad Oeynhausern auch im kommenden Jahr spannende Erlebnisse in der Natur an Werre und Weser.

Bad Oeynhausen, Dezember 2012

Dr. Walter H. Jäcker und Erwin Mattegiet
Mirjam-Hanna Voss und Antje Brandt

 

 

 
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